Glück ist ein kurzer Genuss…?

Glück ist ein kurzer Genuss und eine lange Erinnerung  „Karel Boullart

„Da kannst du länger lachen!“ war der Kommentar meines Sohnes am Abend eines sehr schönen Tages. Daran denke ich oft. 

Schöne Momente, glückliche Tage, wundervolle Erinnerungen wirken lange nach.
Es heißt immer, das Glück wäre flüchtig oder wie ein Vogel, schnell wieder weg.
Was aber immer bleibt ist die Erinnerung an den Moment, das Erlebnis oder das gute Gefühl.

Da unser Gehirn nicht unterscheiden kann, ob wir uns etwas vorstellen oder ob wir die Situation in der Realität erleben, können wir das gute Gefühl des Glücks jederzeit wieder abrufen, indem wir uns an die Glücksmomente erinnern, sie vor unser geistiges Auge holen und wieder genießen.

Das ist eine gute Nachricht. Denn es ist somit gar nicht notwendig das Glück zu jagen, es zu suchen oder zu erwarten. Wir können uns entspannt von glücklichen Momenten überraschen lassen, sie genießen und darüber freuen, dass sie da sind.

In den Zeiten, in denen diese Momente weniger sind oder fehlen, können wir uns daran erinnern und so gesehen „länger lachen“. Die Erinnerung zaubert wieder ein Lächeln ins Gesicht, oft ganz unbewusst. Vielleicht fragt dann sogar jemand „Du lächelst – An was denkst du?“ und wir können den Glücksmoment sogar teilen.

Die Augenblicke des Glücks, die wir im Alltag erleben sind so individuell und unterschiedlich, wie wir Menschen selbst. Für jeden bedeutet Glück etwas Anderes. Es genügt achtsam zu sein, die Momente des Glücks wahr zu nehmen, sie zu genießen und sich im Fall immer wieder daran zu erinnern, zurück zu lehnen und zu lächeln.

Die Angst vor Veränderungen – Warum es so schwer ist, etwas im Leben zu verändern!

Häufig schwimmen wir lieber in der bekannten Suppe weiter, obwohl wir längst nicht mehr glücklich sind, mit der Situation. Immer wieder fällt auf, dass Menschen nur dann etwas ändern, wenn sie mit dem Rücken an der Wand stehen. Sie nehmen viel Kummer und Schmerzen auf sich, bevor sie etwas ändern.

Außenstehende sind oft längst schon genervt, von den ewig gleichen Geschichten und können nicht verstehen, warum jemand nicht schon längst etwas ändert. Eine Beziehung endlich beendet, einen Job kündigt, jemandem die Meinung sagt oder umzieht. Meist wissen die Betroffenen selbst, was sie tun oder ändern können, kommen aber irgendwie nicht ins Handeln.

Der Grund ist, dass Veränderung oft Angst macht. Das Vertraute und Bekannte zu verlassen, selbst wenn es unglücklich macht, ist oft mit Unsicherheit und Angst verbunden. Denn das was ich bereits kenne scheint irgendwie doch besser zu sein, weil ich weiß, wie ich handeln muss, wie ich mich vielleicht auch schützen kann.

Und wer garantiert mir denn, dass es dann auch besser werden würde, wenn ich mich aus dem Altbekannten herauswagen würde? Alle Vorschläge von außen werden mit einem „Ja…aber…“weggeschoben und für nicht möglich erklärt. Vorteile und Chancen werden nicht wahrgenommen. Alle Änderungsvorschläge prallen auf Widerstand. Es könnte ja noch schlimmer werden. Vor diesem Szenario wollen wir uns schützen.

Dabei gibt es Strategien und Möglichkeiten aus dieser „allbekannten Suppe“ heraus zu kommen. Wieder Entscheidungen zu treffen, das Leben aktiv in die Hand zu nehmen und die Angst zu überwinden.

„Sobald man merkt, dass man sich im Kreis dreht, ist es an der Zeit aus der Reihe zu tanzen“ Zitat

Mögliche Schritte:

Die Veränderungen in kleine überschaubare Schritte zu packen oder den Widerständen empathisch auf die Spur zu kommen. Fragen können wichtig sein.

Was will ich?

Was lässt meine Augen leuchten und mein Herz höherschlagen?

Was bin ich bereit dafür zu opfern oder zu tun?

Welchen Schritt traue mich mir in Sicherheit zu?

 „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders ist, aber wenn es besser werden soll, muss es anders werden“ Georg Christoph Lichtenberg

Naturerleben, wandern und Gesundheit – liegt seit Corona voll im Trend und das mit Recht!

Die klinische Psychologin Dr. Alexandra Streubel, mit der ich mich gerne austausche, beschreibt unseren Zugang zur Natur und ihre Wirkung auf uns wie folgt:

Die Natur übt seit jeher einen fast magischen Einfluss auf uns aus. Eine Gebirgslandschaft zu durchwandern, den Duft einer Blume in sich aufzunehmen, dem Rauschen der Wellen zu lauschen oder das sanfte Streicheln des Windes auf der Haut zu spüren macht uns glücklich.

Die Studienlage ist eindeutig: Im Naturerlebnis verändert sich das psychische, körperliche und soziale Wohlbefinden. Von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter spielt die Natur eine wesentliche Rolle im Leben.

Naturerleben und körperliches Wohlbefinden

Auf der körperlichen Ebene zeigt sich, dass Menschen, die Zugang zur Natur haben, ganz allgemein gesünder sind und ein niedrigeres Sterblichkeitsrisiko haben. Wo die Natur zurückgedrängt wird, nehmen Krankheiten zu. Menschen, die in waldreichen Gebieten leben, erkranken seltener an Krebs. Und schon der Anblick der Natur, etwa bei einem Spaziergang im Wald, lässt Stress von uns abfallen. Nach einer Operation brauchen Patienten weniger Schmerzmittel und erholen sich schneller; bei Büroangestellten nehmen Unwohlsein und Kopfschmerzen schon bei der Aussicht auf den Aufenthalt in der Natur ab.

Besonders förderlich ist der Effekt, das Natur Lust auf Bewegung macht. Nicht nur zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auch bei Schlaganfällen, Diabetes, Krebs und Arthritis ist Bewegung ein unverzichtbares Therapeutikum. Adipositas ist die Folge von kalorienreicher Ernährung gekoppelt mit Bewegungsarmut.

Naturerleben und psychisches Wohlbefinden

Das Leben in einer künstlichen Umgebung fördert die Entstehung psychischer Krankheiten. Naturerleben ist damit wertvoll für die Prävention psychischer Probleme. Aber auch zur Erholung suchen Menschen bevorzugt Wälder, Wiesen, Berge, Seen oder das Meer auf. Stress und Aggressionen werden abgebaut, negative durch positive Gefühle ersetzt. Nicht nur Menschen mit Schlafstörungen, sondern auch Gesunde schlafen nach einem Waldspaziergang besser und länger. Eine Auszeit in der Natur gibt zudem die Möglichkeit, eingefahrene Verhaltensmuster und Problemlösestrategien neu zu überdenken und zu verändern. In diesem Sinne trägt Naturerleben auch zur Sinnstiftung bei, was speziell bei der Behandlung von Depressionen von Bedeutung ist.

Naturerleben und soziales Wohlbefinden

Besonders in der Stadt sind Grünanlagen und Parks ein Ort der Begegnung für Jung und Alt. Die kostenlose Verfügbarkeit macht diese Ressourcen auch für Menschen mit geringerem Einkommen erreichbar. Aber auch für Menschen mit Migrationshintergrund oder mit Behinderungen spielt ein Ausflug in den Wald oder ein Nachmittag im Park eine besondere Rolle. Die Natur dient dabei als Vermittler und unterstützt soziale Interaktionen beim gemeinsamen Erleben. In Wildnistherapien wird Natur auch gezielt therapeutisch eingesetzt, um Verhaltensstörungen und soziale Kompetenzen wie Kooperationsbereitschaft oder Engagement zu beeinflussen. Dies wird zwar vornehmlich durch psychologische Techniken bewirkt, jedoch ist dabei die Natur ein wesentliches Element.

Naturerleben und psychologische Beratung

In der immer gleichen Umgebung – zu Hause, an der Universität, am Arbeitsplatz, umringt von den bekannten Kollegen – sind wir immer das gleiche „Ich“. Unser Gehirn befindet sich stets in einem ähnlichen Zustand, die gleichen Gedanken schwirren uns durch den Kopf.

Erst wenn wir unsere vertraute Umgebung verlassen, hat ein Alternativ-„Ich“, das in uns schlummert, die Chance geweckt zu werden.“ (Vgl. Julia Franck – Schriftstellerin – aus Gehirn & Geist 8/2014 S. 45)

Gehirnuntersuchungen zeigen, dass die Amygdala, also das Angst und Stresszentrum und der Hypocampus erst dann wieder normal arbeiten, wenn ein belastendes Ereignis verarbeitet ist.

Und hierbei hilft methodisches, bewusstes Gehen. Wichtig ist dabei, mit dem Problemthema während der Bewegung in Kontakt zu kommen es tatsächlich mental mit auf den Weg zu nehmen und Veränderungen wahrnehmen zu können. Um dies zu lernen und mit den Gedanken auch beim Thema bleiben zu können – ohne sich ablenken zu lassen – empfiehlt es sich, eine geschulte Begleitung, z.B. einen Coach oder einen psychologischen Berater dabei zu haben.

Gerade in diesen turbulenten Zeiten ist psychologische Beratung eine wertvolle Unterstützung die angefallenen Herausforderungen zu bewältigen.

Ich übernehme die Verantwortung – oder ??

  • Das habe ich doch nur getan, weil mein Kollege das gesagt hat!
  • Ich muss das tun, weil mein Mann das will!
  • Mein Job gefällt mir nicht, aber ich muss ihn machen!

Solche und ähnliche Aussagen, kommen den meisten Menschen bekannt vor. Doch was steckt eigentlich dahinter? Wie treffen wir Entscheidungen oder setzen Handlungen?

Entscheidungen treffen wir immer auf Grund von Interessen, Bedürfnissen oder Werten, die wir im Leben haben. Leider sind uns diese oft nicht bewusst, das hat zur Folge, dass wir die Verantwortung für die Entscheidungen nicht übernehmen.

Verantwortlich ist dann automatisch, der Kollege, der Partner oder der Chef. Dann hadern wir mit der Situation oder mit der Entscheidung, das raubt jedoch Energie.

Wenn wir uns aber unserer Werte und unsere Bedürfnisse bewusstmachen, die Entscheidung auch bewusst treffen, dann holen wir uns die Verantwortung dafür zurück und müssen nicht mehr mit der Situation hadern. Es gibt dann kein „muss“ mehr.

Ein Beispiel: 2 Freundinnen treffen sich am Vormittag in der Stadt, auf einen Kaffee. Eine der beiden sagt: „Ich muss jetzt leider heimgehen und kochen, die Kinder kommen!“

Im Grunde, ist diese Aussage richtig. Jedoch bekommen in dem Moment die Kinder die Verantwortung dafür aufgebrummt, dass sie nicht länger bei der Freundin sitzen bleiben kann. Sozusagen sind die Kinder „schuld“.

Das ist aber so meist nicht richtig. Viel richtiger ist: Der Mutter ist es wichtig, dass die Kinder ein warmes Essen bekommen. Es ist ihr ein Bedürfnis. Deswegen geht sie nach Hause, um zu kochen. Mit diesem Bewusstsein und der Entscheidung dazu, gibt es kein „leider“ mehr. Stimmig ist somit: „Ich gehe nach Hause um zu kochen, mir ist wichtig, dass die Kinder mittags ein warmes Essen haben!“

Es ist hilfreich, sich seiner Werte und Bedürfnisse bewusst zu werden, welchen gebe ich für welchen auf? Welcher ist wichtiger? Welcher hat im Moment der Entscheidung den Vorzug?  So kann man die Verantwortung wieder zurückholen, man hat die Fäden selbst in der Hand. Das macht das Leben leichter.

  • Ich habe es getan, weil ich auf meinen Kollegen hören will !
  • Ich tue es, weil mir Harmonie wichtig ist !
  • Ich mache den Job, weil ich meinen Lebensstandard halten will !

Wenn das so nicht stimmt, ist es nötig eine andere Entscheidung, aufgrund eines anderen Wertes zu treffen, hinter der man dann auch stehen kann.

„Probleme einfach gehen lassen?“ oder Die erstaunliche Wirkung von leichter Bewegung auf die Problemlösung

Natürlich könnten wir jetzt als erstes denken: „Mein Problem sitzt aber Zuhause auf der Couch und kommt nicht mit. “Dies ist die Lieblingslösung, dass sich „DER ANDERE“ ändern soll. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies funktioniert, tendiert jedoch (wie Sie vielleicht selbst schon feststellen konnten) gegen Null -und so sind wir selbst gefragt, einen Umgang mit einem Problem zu finden, das uns im Alltag zu sehr beschäftigt oder blockiert.

Der menschliche Organismus verfügt über Selbsthilfekräfte – wenn man sich in den Finger schneidet, heilt der Schnitt ebenso wie gebrochene Beine und Erkältungen. Wundheilungen können wir unterstützen, wenn wir die Wunde sauber und trocken halten.
Der Körper gesundet automatisch. Wieso also nicht auch der Geist?

Es gibt einen Heilungsmechanismus, den uns die Natur mitgegeben hat und der dauerhaft Gedankenkarusselle stoppen oder Traumen auflösen kann.

Der Schlüssel hierfür liegt, so simpel es klingen mag, im „Gehen“. Wir haben lediglich verlernt, ihn zu benutzen. Die Menschen haben sich vermutlich hunderttausende von Jahren auf diese Weise geheilt. Schon als wir als Jäger und Sammler durch die Weiten der Landschaft strichen, mussten wir lernen, mit traumatischen Ereignissen und Belastungen umzugehen. Wurde, zum Beispiel, ein geliebtes Familienmitglied auf der Jagd von einem wilden Tier zerfleischt, wurde bereits auf dem Weg nach Hause mit der Trauma-Verarbeitung begonnen – in Begleitung eines Älteren/Erfahreneren, im Gehen. Weil wir heutzutage so wenig zu Fuß gehen, passiert es, dass seelische Wunden schlecht oder gar nicht heilen. Warum diese Methode effizienter sein kann als jede Psychiater Couch? Ganz einfach: Durch das Gehen werden abwechselnd beide Körperseiten angesprochen, rechts und links – und somit auch die rechte und linke Gehirnhälfte, also das Denken und das Fühlen. Denken und Fühlen werden in Einklang gebracht, was absolut notwendig ist, damit seelische und geistige Wunden heilen können. Der Prozess des Gehens bietet die Möglichkeit, die Vergangenheit in einem neuen Licht zu sehen. Wir können Dinge noch einmal anders verstehen und klarer sehen. Der Text im Kopf, das Gebrabbel, unseres Geistes verändert sich, bekommt Raum und Struktur. Wenn man sich beim Gehen in bestimmter Art und Weise an sein Problem, an seine Verletzung oder die schlechte Erfahrung erinnert, kann dies recht schnell zu einem positiven Ergebnis führen. Dann wird z.B. aus einem „Das macht mir Angst“ oder „Ich war das Opfer“ ein „Ja, das ist mir passiert, doch es ist vorbei, ich habe daraus gelernt und kann es jetzt loslassen. „Wir können davon ausgehen, dass wir von der Evolution so angelegt sind.

Ein Beispiel hierfür ist die REM-Schlafphase, in welcher wir durch eine Links-rechts-Bewegung der Augen die Ereignisse des Tages verarbeiten.

Wie eine leere Seite wird der Hypocampus im Gehirn jeden Tag neu beschrieben, bis sie dann nachts sortiert, aufgeräumt und geleert wird. -Damit sie tags darauf wieder von neuem beschriftet werden kann. Der Hypocampus entscheidet, was wichtig und unwichtig ist, was gemerkt werden soll und was ‚weg‘ kann.

Kann durch ein starkes Trauma oder ein einschneidendes Ereignis dieser Teil im Gehirn nicht wieder leergeräumt werden, kommt es zu einer Blockade, einer Verstopfung und die traumatischen Ereignisse werden jeden Tag wieder neu so wahrgenommen, als wären sie gerade heute passiert. Und täglich grüßt das Murmeltier.

Das Ereignis, das Trauma oder die Belastung geht also nie vom „Heute“ ins „Damals“ oder in „vor einem Tag“ oder „vor einer Woche“.  Das Ereignis wird nie verarbeitet und in der Erinnerung gespeichert, von wo aus es keinen Schmerz mehr hervorrufen kann. Das erschüttert Verstand und Emotionen zutiefst.

Gehirnuntersuchungen zeigen, dass die Amygdala, also das Angst und Stresszentrum und der Hypocampus erst dann wieder normal arbeiten, wenn ein belastendes Ereignis verarbeitet ist.
Und hierbei hilft methodisches, bewusstes Gehen. Wichtig ist dabei, mit dem Problemthema während der Bewegung in Kontakt zu kommen es tatsächlich mental mit auf den Weg zu nehmen und Veränderungen wahrnehmen zu können. Um dies zu lernen und mit den Gedanken auch beim Thema bleiben zu können – ohne sich ablenken zu lassen – empfiehlt es sich, eine geschulte Begleitung, z.B. einen Coach oder einen Therapeuten dabei zu haben.

„In der immer gleichen Umgebung – zu Hause, an der Universität, am Arbeitsplatz, umringt von den bekannten Kollegen – sind wir immer das gleiche „Ich“. Unser Gehirn befindet sich stets in einem ähnlichen Zustand, die gleichen Gedanken schwirren uns durch den Kopf. Erst wenn wir unsere vertraute Umgebung verlassen, hat ein Alternativ-„Ich“, das in uns schlummert, die Chance geweckt zu werden.“ (Vgl. Julia Franck – Schriftstellerin – aus Gehirn & Geist 8/2014 S. 45)

Machen sie einen kleinen Test, wie sich die Links-rechts Bewegung auf ihren emotionalen Zustand auswirkt:

Wirkung testen: Kann ich einen Tennisball von einer Hand in die Andere werfen und gleichzeitig Wut empfinden? Ändert sich etwas in meinen Emotionen, während ich den Ball hin und her werfe? Versuchen Sie es!