Raus jetzt – Abstand gewinnen !

Der Frühling kommt nun unaufhaltsam – zum Glück. Für mich war der Winter echt lang. Normalerweise mache ich mir nie Neujahrsvorsätze, diesmal das erste Mal schon. Ich habe mir vorgenommen, jeden Morgen, bevor ich anfange zu arbeiten in den Wald zu gehen. Mindestens eine Stunde. Oftmals musste ich mich echt überwinden, weil es noch dunkel war oder kalt. Aber es hat gutgetan. Es ist ein stück gefühlte Freiheit, die momentan so fehlt. Also mir fehlt sie sehr. Nichts kann man spontan planen, weil man sich auf nichts verlassen kann. Jeden Tag ist alles wieder anders. Das sind wir nicht gewohnt und ich empfinde das als große Belastung, mit der es für mich umzugehen gilt.

Was mir da hilft, ist der Aufenthalt in der Natur, die Tiere im Wald sehen, die Vögel zwitschern hören, den Wind um die Nase spüren.
In diesen Zeiten merke ich, wie das Coaching in der Natur immer mehr Gewicht bekommt. Wir können den Abstand einhalten ohne Mühe, es braucht keine Maske und im Gespräch, in der gemeinsamen Arbeit, kann man die Nachrichten, die wirren Regelungen und die Unruhe der Welt, einfach eine Zeitlang ausblenden und nur für sich selbst da sein.

Wir haben in der gemeinsamen Arbeit den Fokus auf deinem ganz persönlichen Thema. In Ruhe, weg vom gewohnten Umfeld.
Mein Coaching in der Natur ist eine Begleitung für dich, die dir hilft, Abstand zu gewinnen, deine Gedanken umzulenken, aus dem gewohnten Alltagstrott herauszukommen und endlich auf einen neuen Weg zu kommen.

„Probleme einfach gehen lassen?“ oder Die erstaunliche Wirkung von leichter Bewegung auf die Problemlösung

Natürlich könnten wir jetzt als erstes denken: „Mein Problem sitzt aber Zuhause auf der Couch und kommt nicht mit. “Dies ist die Lieblingslösung, dass sich „DER ANDERE“ ändern soll. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies funktioniert, tendiert jedoch (wie Sie vielleicht selbst schon feststellen konnten) gegen Null -und so sind wir selbst gefragt, einen Umgang mit einem Problem zu finden, das uns im Alltag zu sehr beschäftigt oder blockiert.

Der menschliche Organismus verfügt über Selbsthilfekräfte – wenn man sich in den Finger schneidet, heilt der Schnitt ebenso wie gebrochene Beine und Erkältungen. Wundheilungen können wir unterstützen, wenn wir die Wunde sauber und trocken halten.
Der Körper gesundet automatisch. Wieso also nicht auch der Geist?

Es gibt einen Heilungsmechanismus, den uns die Natur mitgegeben hat und der dauerhaft Gedankenkarusselle stoppen oder Traumen auflösen kann.

Der Schlüssel hierfür liegt, so simpel es klingen mag, im „Gehen“. Wir haben lediglich verlernt, ihn zu benutzen. Die Menschen haben sich vermutlich hunderttausende von Jahren auf diese Weise geheilt. Schon als wir als Jäger und Sammler durch die Weiten der Landschaft strichen, mussten wir lernen, mit traumatischen Ereignissen und Belastungen umzugehen. Wurde, zum Beispiel, ein geliebtes Familienmitglied auf der Jagd von einem wilden Tier zerfleischt, wurde bereits auf dem Weg nach Hause mit der Trauma-Verarbeitung begonnen – in Begleitung eines Älteren/Erfahreneren, im Gehen. Weil wir heutzutage so wenig zu Fuß gehen, passiert es, dass seelische Wunden schlecht oder gar nicht heilen. Warum diese Methode effizienter sein kann als jede Psychiater Couch? Ganz einfach: Durch das Gehen werden abwechselnd beide Körperseiten angesprochen, rechts und links – und somit auch die rechte und linke Gehirnhälfte, also das Denken und das Fühlen. Denken und Fühlen werden in Einklang gebracht, was absolut notwendig ist, damit seelische und geistige Wunden heilen können. Der Prozess des Gehens bietet die Möglichkeit, die Vergangenheit in einem neuen Licht zu sehen. Wir können Dinge noch einmal anders verstehen und klarer sehen. Der Text im Kopf, das Gebrabbel, unseres Geistes verändert sich, bekommt Raum und Struktur. Wenn man sich beim Gehen in bestimmter Art und Weise an sein Problem, an seine Verletzung oder die schlechte Erfahrung erinnert, kann dies recht schnell zu einem positiven Ergebnis führen. Dann wird z.B. aus einem „Das macht mir Angst“ oder „Ich war das Opfer“ ein „Ja, das ist mir passiert, doch es ist vorbei, ich habe daraus gelernt und kann es jetzt loslassen. „Wir können davon ausgehen, dass wir von der Evolution so angelegt sind.

Ein Beispiel hierfür ist die REM-Schlafphase, in welcher wir durch eine Links-rechts-Bewegung der Augen die Ereignisse des Tages verarbeiten.

Wie eine leere Seite wird der Hypocampus im Gehirn jeden Tag neu beschrieben, bis sie dann nachts sortiert, aufgeräumt und geleert wird. -Damit sie tags darauf wieder von neuem beschriftet werden kann. Der Hypocampus entscheidet, was wichtig und unwichtig ist, was gemerkt werden soll und was ‚weg‘ kann.

Kann durch ein starkes Trauma oder ein einschneidendes Ereignis dieser Teil im Gehirn nicht wieder leergeräumt werden, kommt es zu einer Blockade, einer Verstopfung und die traumatischen Ereignisse werden jeden Tag wieder neu so wahrgenommen, als wären sie gerade heute passiert. Und täglich grüßt das Murmeltier.

Das Ereignis, das Trauma oder die Belastung geht also nie vom „Heute“ ins „Damals“ oder in „vor einem Tag“ oder „vor einer Woche“.  Das Ereignis wird nie verarbeitet und in der Erinnerung gespeichert, von wo aus es keinen Schmerz mehr hervorrufen kann. Das erschüttert Verstand und Emotionen zutiefst.

Gehirnuntersuchungen zeigen, dass die Amygdala, also das Angst und Stresszentrum und der Hypocampus erst dann wieder normal arbeiten, wenn ein belastendes Ereignis verarbeitet ist.
Und hierbei hilft methodisches, bewusstes Gehen. Wichtig ist dabei, mit dem Problemthema während der Bewegung in Kontakt zu kommen es tatsächlich mental mit auf den Weg zu nehmen und Veränderungen wahrnehmen zu können. Um dies zu lernen und mit den Gedanken auch beim Thema bleiben zu können – ohne sich ablenken zu lassen – empfiehlt es sich, eine geschulte Begleitung, z.B. einen Coach oder einen Therapeuten dabei zu haben.

„In der immer gleichen Umgebung – zu Hause, an der Universität, am Arbeitsplatz, umringt von den bekannten Kollegen – sind wir immer das gleiche „Ich“. Unser Gehirn befindet sich stets in einem ähnlichen Zustand, die gleichen Gedanken schwirren uns durch den Kopf. Erst wenn wir unsere vertraute Umgebung verlassen, hat ein Alternativ-„Ich“, das in uns schlummert, die Chance geweckt zu werden.“ (Vgl. Julia Franck – Schriftstellerin – aus Gehirn & Geist 8/2014 S. 45)

Machen sie einen kleinen Test, wie sich die Links-rechts Bewegung auf ihren emotionalen Zustand auswirkt:

Wirkung testen: Kann ich einen Tennisball von einer Hand in die Andere werfen und gleichzeitig Wut empfinden? Ändert sich etwas in meinen Emotionen, während ich den Ball hin und her werfe? Versuchen Sie es!